Karben: Die Gruppe der Grünen in Karben ist früh erschienen. Der Geschäftsführer Herr Kneip der Fa. Rapp's hat sich persönlich Zeit genommen, sie durch das Werk zu führen und mit interessanten Informationen zum Betrieb und den Produkten zu versorgen. Zunächst gibt es für die Besucher aus der Karbener Politik eine kleine Geschichtskunde.
„Die Firma Rapp`s, welche 1977 aus dem Zusammenschluss von Rapp's Wetterauer Gold-Kelterei und der Venus-Quelle entstand, ist heute ein wesentlicher Bestandteil des wirtschaftlichen und des gesellschaftlichen Lebens in Karben. Seit 1996 gehört die Kelterei Rapp's zur Hassia-Gruppe, Bad Vilbel. Seit 2007 ist sie außerdem maßgeblich beteiligt an der Landkelterei Höhl, Hochstadt, der ältesten deutschen Kelterei."
Nach diesen einleitenden Worten wird es dann schon etwas konkreter und die Grünen machen sich ein Bild über den Umwelt-, den Natur-, und den Verbraucherschutz in der Saftfabrik. Als erster hessischer Fruchtsaft-Hersteller und erste Apfelwein-Kelterei wurde Rapp's bereits 1997 nach Qualitäts-Management Anforderungen zertifiziert. Seit dieser Zeit erfolgt die Produktion nach dem Umweltschutz- und Managementsystem TÜV-geprüft nach ISO 9001.
„Die Premium-Qualität der hergestellten Produkte wird durch regelmäßige Kontrollen der Schutzgemeinschaft der Deutschen Fruchtsaftindustrie (SGF) garantiert", klärt der Geschäftsführer Kneip, seine Gäste auf. Auf Nachfragen des Ortsverbandssprechers Rainer Knak erfahren die Grünen, dass Rapp`s auch beim Zukauf von Rohstoffen stets darauf achtet, dass diese SGF zertifiziert sind. „Sollte das mal nicht der Fall sein, prüfen wir die Ware in unsrem eigenen Labor selbst", erklärt Kneip.
Ein weiteres Thema während der Werksbesichtigung ist das aufwendige System an Rückstellproben, durch das der Weg jeder einzelnen verkauften Flasche bei Beanstandungen lückenlos zurückverfolgt und auf Fehler überprüft werden kann.
Dass das Produktionsprogramm der Kelterei ca. 30 Sorten Fruchtsäfte und Fruchtnektare, sowie drei Sorten Apfelweine und diverse Saisonartikel umfasst, erfahren die Ortsgrünen ebenso, wie dass an dem Standort in Karben ungefähr 70 Beschäftigte den Jahresabsatz von über 23 Mio. Flaschen bewältigen.
Beeindruckt zeigen sich die Kommunalpolitiker von der vorbildlichen Art des Vertriebes.
90 % der Produkte aus dem Karbener Unternehmen, werden in Glas-Mehrweggebinden vertrieben und nur 10 % in anderen Behältnissen. „Bei den meisten Saftproduzenten ist das Verhältnis umgekehrt." berichtet der Geschäftsführer.
Der Geschmackstest vor Ort bringt es auch für die Grünen Besucher ans Licht. Die Premiumprodukte aus der Glasflasche, ohne Beigeschmack von Kunststoffen, bieten einen besonders natürlichen Geschmack.
Interessant geht es weiter mit Fragen des Ressourcenverbrauchs und des Umweltschutzes. 1, 2 Liter Wasser verbraucht die Fa. Rapp's für den Spülvorgang einer Glasflasche. Wasser, welches dank der hauseigenen Kläranlage drei Mal wieder verwendet werden kann. Für die Grünen ein glänzendes Beispiel für das mögliche Miteinander von Ökonomie und Ökologie.
Ein wesentliches Element für die Rohstoffgewinnung der Rapp`s Kelterei, sowie für den Erhalt unserer heimischen Kulturlandschaft, sind auch der Schutz intakter Streuobstwiesen. Die Verarbeitung Wetterauer Äpfel stellt einen Schwerpunkt des Betriebes dar. Hier besteht lt. Herrn Kneip allerdings noch ein großer Bedarf an Äpfeln, da diese z. Zt. leider aus dem badischen Raum zugekauft werden müssen, um den enormen Bedarf zu befriedigen. Mit Hilfe des Lohn-Most-Geschäftes, nämlich die Annahme und Verarbeitung von Äpfeln gegen Ausgabe von Fruchtsäften und Apfelweinen zu günstigen Preisen, möchte man möglichst die heimischen Äpfel für die Fruchtsaftherstellung gewinnen.
Auf Nachfragen Knaks, ob denn für die Säfte aus dem Frucht-Konzentrat-Sortiment der Firma auch Quellwasser des alten Selzerbrunnens gebraucht wird, erfahren die Grünen, dass das mit den gesetzlichen Vorgaben nicht vereinbar wäre. Für die Herstellung von Fruchtsäften darf nämlich nur vollendmineralisiertes Wasser benutzt werden, da sich die Mineralien des Wassers sonst nicht mit den Mineralien der Säfte vertragen würden.
Nach Aussage Herrn Kneips fühlt sich die Fa. Rapp's der Stadt Karben und ihrer Bevölkerung sehr verbunden und sie wollte von Anfang an „hier richtig ankommen". Die Grünen begrüßen das Sponsoring für die Musik-Talente der Kurt-Schumacher-Schule und der Karbener Stadtkapelle. „Sowohl finanziell als auch mit ihrem für Konzerte gut geeigneten großen Hof unterstützt die Fa. Rapp's tatkräftig das kulturelle Leben in Karben," so Kneip.
Am Ende ihres Besuchs sind die Grünen Hobbypolitiker überzeugt, dass die Firma Rapp`s Vorbild dafür sein kann, wie Unternehmertum in Karben positiv in die Gesellschaft hineinwirken kann und wie die Belange des Umweltschutzes auch mit wirtschaftlichem Erfolg Berücksichtigung finden können.
| Link |
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| Bündnis 90 / Die Grünen / Ortsverband Karben |
09.02.2012
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