Mario Beck hat keinen Anlass zur Heuchelei
Karben: Dass die SPD-Liste für den Ortsbeirat erschöpft ist, ist sehr bedauerlich. Es ist aber weder die Folge eines Taktierens, noch weniger erlaubt es der politischen Konkurrenz, sich in Heuchelei zu ergießen. Die SPD Okarben hat fünf Personen für realistischer weise maximal zwei Sitze aufgestellt. Das war auch in der Vergangenheit nicht viel anders. Wenn davon nun zwei Personen wegen Umzug nicht mehr im Ortsbeirat tätig sein können, dann ist das Folge unserer schnelllebigen Gesellschaft, die von jedem von uns mehr Flexibilität verlangt.
Es darf jeder widersprechen, der der Ehre eines Ortsbeiratmandats den Vorrang vor dem beruflichen Aufstieg oder der verbesserten Wohnqualität für seine Familie einräumt.
Bei der Kommunalwahl 2011 hat die SPD wieder zwei Sitze erreicht, genauso wie die CDU. Die GRÜNEN erhielten einen Sitz. Diese fünf Personen wählen den Ortsvorsteher, unabhängig welcher Wahlvorschlag, die meisten Stimmen hat. Das weiß der CDU-Vorsitzende Mario Beck auch, weil seine Partei dies z.B. 2006 in anderen Ortsteilen genauso gesehen hat.
Auch die Tatsache, dass die SPD nur noch ein Magistratsmitglied hat, obwohl ihr rechnerisch zwei zugestanden hätten, ist ähnlich zu sehen. Rechtlich einwandfrei, aber ebenso dem Vorwurf des Taktierens ausgesetzt, oder? Hat sich hier jemand empört?
Das sicher nicht berauschende Wahlergebnis er SPD in Karben insgesamt, hat zu einem Umdenken geführt. Sicher begrüßen sehr viele Menschen, dass die politische Auseinandersetzung sachlicher geführt wird. Damit einhergehend war auch die Entscheidung, wer die SPD allein im Magistrat vertritt. Auch diese Weichenstellung hatte Auswirkungen auf die SPD-Liste im Ortsbeirat.
Persönlich möchte ich hinzufügen, dass ich meiner 10-jährigen Tätigkeit als Ortsvorsteher mich nie als Taktierer in Szene gesetzt habe. Ich habe auch nach der Kommunalwahl 2006 dem CDU Bewerber mit den insgesamt meisten Stimmen die Position des Ortsvorstehers angetragen. Dieser hat mich allerdings angefleht, es nicht machen zu müssen. 2011 war die Situation, dass SPD und CDU einen Kandidaten dir die Position des Ortsvorstehers nominiert hatten, und die Stimme der GRÜNEN den Ausschlag gab. Mir war zwar bekannt, dass das grüne Ortsbeiratsmitglied wegziehen wird, aber nicht dass die Nachrücker verzichten.
Vielleicht ist es Mario Beck und der CDU möglich, einem CDU Mandatsträger mit einer passenden Wohnung und einem adäquaten Job dem Verbleib im Amt zu ermöglichen. Die SPD kann das nicht.
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| SPD Karben |
13.02.2012
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