Karben: Der Vorstand des VdK Ortsverband Karben diskutiert in seiner Sitzung über das "Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen". Wesentliches Ziel des Europäischen Jahres: die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Menschen. Hier sind das Bundesarbeitsministerium, die Bundesagentur für Arbeit und die Arbeitgeber gefordert, so die Vorsitzende Ellen Benölken.
Trotz Rekordbeschäftigung in Deutschland und der niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit der Wiedervereinigung sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt für über 55-Jährige oder gar 60-Jährige alles andere als rosig. Die meisten älteren Arbeitnehmer erhalten auf ihre Bewerbungen nur Absagen oder gar keine Antwort. Häufig bekommen sie nicht einmal die Chance auf ein Bewerbungsgespräch, weil die Personalabteilung angehalten ist, Bewerbungen ab einem bestimmten Alter gar nicht erst dem Personalchef vorzulegen. Das ist Altersdiskriminierung. Diese gilt es zu beseitigen, und da sind auch diejenigen gefordert, die am lautesten nach der "Rente mit 67" rufen.
Um im Alter aktiv sein zu können, bedarf es vor allem Gesundheit und eines Einkommens, von dem man einigermaßen gut leben kann. Um dem Teufelskreis "Armut macht krank" und "Krankheit macht arm" zu entgehen, brauchen wir eine solidarische Gesundheits-, Beschäftigungs- und Rentenpolitik, die dafür sorgt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in allen Altersgruppen nicht weiter wächst. Konkrete Maßnahmen wären ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn in ausreichender Höhe, weniger Zuzahlungen im Gesundheitswesen und ein sozialer Ausgleich bei der Rente von Geringverdienern.
Eine weitere Zielsetzung des Europäischen Jahres 2012 lautet: "Solidarität zwischen den Generationen". Die ist ausgeprägter, als uns so manche Stammgäste von Talkshows weismachen wollen. In den Familien helfen sich Alt und Jung gegenseitig, zum Beispiel bei der Kinder- und Enkelbetreuung oder bei der Pflege von Angehörigen. Nein, die Alten leben nicht auf Kosten der Jungen, so Benölken.
Die Trennlinie in unserer Gesellschaft verläuft nicht zwischen Alt und Jung, sondern zwischen Arm und Reich. Deutschland ist ein hochproduktives Land mit einer großen Wirtschaftskraft und viel Reichtum. Die Forderung nach einer ausgewogenen Verteilung des Wohlstands durch mehr Steuergerechtigkeit ist also vollkommen berechtigt, drin ist sich der Vorstand einig.
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| Sozialverband VdK - Ortsverband Karben |
02.02.2012
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