Startseite
Newsletter | Impressum | Kontakt
Folgen Sie uns auf Facebook
Folgen Sie uns bei Twitter
Diese Seite drucken!
Diese Seite weiterempfehlen!

Kleiner Wald ganz groß

Auch Regenwaldinseln erfüllen ihre ökologischen Funktionen
Frankfurt:
Der Wert eines Regenwaldes bemisst sich neben seiner biologischen Vielfalt auch daran, wie funktionsfähig er ist. Wissenschaftler legten jetzt die Ergebnisse einer großangelegten Studie in Kenia vor, die im Zeitraum von neun Jahren im Rahmen des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten BIOTA‐Ostafrika Projektes durchgeführt wurde.

BIOTA Waldarbeiten

Wie das Autorenteam um Dr. Matthias Schleuning (Biodiversität und Klima Forschungszentrum, BiK‐F) aktuell im Fachblatt „PLoS One" schreibt, können auch Fragmente von Regenwäldern, die von der Bevölkerung genutzt werden, ihre ökologische Funktion weiterhin erfüllen.

Die Ergebnisse sind überraschend: "Was wir nicht erwartet haben ist, dass in fragmentierten Wäldern, in denen zudem einzelne Bäume abgeholzt werden, die Intensität von Ökosystemfunktionen wie Streuabbau, Bestäubung oder Samenausbreitung stabil bleibt und in einigen Fällen sogar gestiegen ist. Das bedeutet, dass die Funktionalität dieser Wälder im Gesamtbild trotz moderater menschlicher Störung erhalten geblieben ist." so Dr. Matthias Schleuning (BiK‐F), Leitautor der Studie.

Die Resultate könnten ein Umdenken im Naturschutz tropischer Wälder anregen. „Der klassische Ansatz ist, große intakte Waldgebiete, wie beispielsweise im Amazonasoder Kongobecken, zu bewahren. Unsere Studie zeigt, dass es auch sinnvoll sein kann, die vielen verinselten und vom Menschen überprägten Regenwälder zu schützen." erläutert Schleuning.

Ort der Untersuchung war der Kakamega‐Regenwald im Westen Kenias. Er beherbergt eine hohe biologische Vielfalt, u.a. gibt es hier mehr als 400 Vogel‐ und mehr als 320 Ameisenarten. Doch der Lebensraum ist bedroht, denn die Fläche des Waldgebiets ist im letzten Jahrhundert um mehr als die Hälfte der früheren Ausdehnung geschrumpft.

Aus dem einst geschlossenen Waldgebiet sind größere Waldinseln geworden, umgeben von einer Agrarlandschaft, in der vor allem Zuckerrohr und Mais angebaut wird. Der verbliebene Wald wird auch heutzutage von der Bevölkerung genutzt und trotz Schutzmaßnahmen werden immer wieder einzelne Bäume gefällt.

Ist der kenianische Regenwald noch funktionstüchtig? Welche Folgen diese menschlichen Eingriffe für die Ökosystemfunktionen und die biologische Vielfalt im Kakamega‐Regenwald haben, untersuchten Schleuning und Kollegen im Rahmen des deutsch-afrikanischen Forschungsprogramms BIOTA. Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf sechs Ökosystemfunktionen.

Die „Funktionstüchtigkeit" des Waldes kann dabei an Kriterien wie Streuabbau, Samenfraß, Bestäubung, Samenausbreitung sowie Insektenfraß durch Treiberameisen und Ameisenvögel gemessen werden. Im Gegensatz zu bisherigen Studien, die primär die Veränderung der biologischen Vielfalt in Regenwäldern analysierten, wurden in der aktuellen Studie Biodiversität und Ökosystemfunktionen gemeinsam betrachtet sowie erstmals mehrere Funktionen simultan untersucht. Die Wissenschaftler erfassten dazu auf elf Versuchsflächen die Vielfalt von

verschiedenen Tiergruppen und studierten deren Ökosystemfunktionen in Experimenten. So wurde beispielsweise Laubstreu ausgelegt und gemessen, wie schnell das Material abgebaut wird. Um die Intensität der Raubzüge der Treiberameisen zu erfassen, wurden hunderte Fallen im Boden vergraben und ausgewertet. Fragmentierung und selektive Abholzung wirken sich unterschiedlich aus.

Es zeigte sich, dass die Ökosystemfunktionen - obgleich insgesamt stabil - durch Fragmentierung und die selektive Abholzung einzelner Bäume unterschiedlich stark beeinflusst wurden. Wenn aus großen Waldgebieten Inseln werden, sind die Effekte auf die Ökosystemfunktionen insbesondere dann zu spüren, wenn sich die Zusammensetzung der Tiergemeinschaften substantiell verändert.

Selektive Abholzung wirkt sich vor allem auf Ökosystemfunktionen aus, an denen mobile Tierarten beteiligt sind. So beobachteten die Wissenschaftler positive Effekte bei Bestäubung durch Insekten, Samenausbreitung durch Vögel und auch bei den Raubzügen der Treiberameisen - wahrscheinlich aufgrund veränderter Bewegungsmuster dieser Tierarten.

Schleuning dazu: „Die Mechanismen der menschlichen Eingriffe sind unterschiedlich. Fragmentierung hat eher einen indirekten Einfluss auf Ökosystemfunktionen. Die Fragmentierung der Wälder verändert die biologische Vielfalt, was ein Risiko für den Erhalt ihrer ökologischen Funktionen birgt.

Im Gegensatz dazu wirkt sich die selektive Abholzung einzelner Bäume direkt auf Ökosystemfunktionen aus und hat in unserem Untersuchungsgebiet kaum einen Effekt auf die Diversität der von uns untersuchten Tiergruppen. Der nächste Schritt wären nun Projekte, die die langfristige Funktionsfähigkeit der Waldinseln untersuchen."



Link
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)


25.11.2011

Bookmark and Share
 

zur Übersicht

Douglas neckermann.de Sonderaktionen 1_300x250

Weitere Beiträge in: Nachrichten

Filmpremiere in neuen alten Gemäuern

Frankfurt: Die Altbauten des Historischen Museums werden wiedereröffnet und am Pfingstwochenende ...

Yuhua Gu, die erste Chinesin in der KAV

Frankfurt: Yuhua Gu lacht viel, verteilt Stifte und Halsbänder. Es sind die Tage der offenen Tür ...

Bad Homburger Kurhaus mit historischem Gesicht

Bad Homburg: Die Front des Bad Homburger Kurhauses zeigt in den kommenden Monaten ein historische ...

SPD-Senioren: Erlebnisfahrt nach Würzburg

Bad Vilbel: Kultur und Kulinarik stehen im Mittelpunkt einer Erlebnisfahrt nach Würzburg, mit der ...

Von A wie Aquarellieren bis Z wie Zen-Meditation

VHS wartet zum Sommer mit 200 Kursangeboten auf - Schwerpunkte sind Frankforderisches, Kompaktes ...

Kommende Termine!

20. Massenheimer Oldtimertreffen am ab 10 Uhr am 01.07.2012

Lieber Oldtimerfan, liebe(r) IG / Club/ Verein,   Wir veranstal ...

Hans Albers - Der Ritt auf dem Tiger am 01.07.2012

Sein Leben, seine Lieder: eine Revue Eine Hommage mit Hans Schwab und Ronka N ...

Sommerkonzert 2012 des LandesJugendSinfonieOrchesters Hessen am 12.08.2012

Das Sommerkonzert 2012 des Landes-Jugend-Sinfonie-Orchesters Hessen Gem ...

Lebenslust & KunstGenuss Oktober 2012 in der Anhäuser Mühle am 20.10.2012

Lebenslust & KunstGenuss Oktober 2012 in der "Anhäuser Mühle" DER NA ...

Foto-Strecken