Rahmenprogramm der Ausstellung 'Demonstrationen': Für ein Wochenende bieten Wissenschaftler Bürgersprechstunden an
Frankfurt: Was heißt Gerechtigkeit? Welche Rolle spielt Anerkennung im Arbeitsleben? Ist „der Islam" vereinbar mit der Idee der Geschlechtergleichheit? Um solche oder ähnliche Themen geht es von Freitag, 27., bis Sonntag, 29. Januar, beim „Amt für Umbruchsbewältigung".
Das „Amt für Umbruchsbewältigung" gehört zum wissenschaftlichen Rahmenprogramm der Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen", die vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen" der Goethe Universität Frankfurt und dem Frankfurter Kunstverein noch bis zum 25. März gezeigt wird.
Beim „Amt" gibt es einen weiteren Kooperationspartner: das Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt, in dessen Amtsräumen am Römerberg 32 rund 30 Clusterexperten in 17 Büros persönliche Beratungen zu den Umbrüchen unserer Zeit anbieten.
Die „Sprechzeiten" sind: Freitag, 27. Januar, 21 bis 23 Uhr; Samstag, 28. Januar, 15 bis 19 Uhr; Sonntag, 29. Januar, 16 bis 19 Uhr. Eine Stunde vor Öffnung des Amtes können Interessierte sich beim benachbarten Kunstverein für einen Termin zu einem der angebotenen Themen anmelden. Flankiert wird das „Amt" durch eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen.
„Das Amt für Umbruchsbewältigung gehört zu den spannendsten Programmpunkten im Rahmenprogramm der Ausstellung. Das Besondere daran ist, dass es nur für drei Tage existiert und Bürgerinnen und Bürgern die einzigartige Gelegenheit bietet, mit Experten aus der Wissenschaft über aktuelle gesellschaftliche Umbrüche ins Gespräch zu kommen", erklärt Holger Kube Ventura, Direktor des Frankfurter Kunstvereins.
Unter den teilnehmenden Experten sind bekannte Professoren wie Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters, der als einer der einflussreichsten Denker der jüngeren Generation gilt, oder Axel Honneth, Geschäftsführender Direktor des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, sowie Susanne Schröter, die sich mit den Chancen des islamischen Feminismus befasst.
„Obwohl das Format einer Bürgersprechstunde etwas ungewöhnlich ist und flankierend zur Kunstausstellung einen besonderen Akzent setzt, steht es doch in der Frankfurter Tradition einer Bürgeruniversität, der es immer schon ein Anliegen war, gesellschaftspolitisch relevante wissenschaftliche Ergebnisse in eine breite außerakademische Öffentlichkeit zu vermitteln", betonen Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters, und Peter Siller, Scientific Manager. Die beiden werden auch selbst Gespräche anbieten, Klaus Günther fungiert zudem für die drei Tage als „Amtschef".
Der eigentliche Leiter des Presse- und Informationsamtes, Nikolaus Münster, freut sich über seinen neuen Kollegen auf Zeit und dessen Team: „Es war für uns selbstverständlich, diese Aktion zu unterstützen. Schließlich sind auch wir von großen Umbruchsprozessen, nämlich im Bereich Medien und Kommunikation - Stichworte Internet und Social Media, Facebook und Twitter - betroffen, und müssen unsere Arbeitsmittel und Kanäle immer wieder neu reflektieren und überprüfen."
Am „Amts-Wochenende" gibt es auch eine besondere Reihe öffentlicher Veranstaltungen. Neben dem Eröffnungspodium „In welcher Welt leben wir? Zeitdiagnostische Perspektiven auf die Gegenwartsgesellschaft" am Freitag, 27. Januar, mit Axel Honneth, Juliane Rebentisch und Joseph Vogl, moderiert von Rainer Forst, findet am Samstag, 28. Januar, „Die lange Nacht des Protestsongs" statt. Hier diskutieren und musizieren Jens Friebe, Christiane Rösinger, Andreas Spechtl, Thomas Meinecke, Peter Siller und Eva Jantschitsch. Der Abend wird moderiert von Klaus Walter und Jan Deck.
Den Abschluss des Wochenendes bildet am Sonntag, 29. Januar ,die Podiumsdiskussion „Wohin mit dem Protest? Demokratische Umbrüche aus globaler Perspektive" mit Günther Frankenberg. Mahmoud Bassiouni, Irene Weipert-Fenne und Barbara Bishey, moderiert von Klaus Günther. Weitere Vorträge und Diskussionen schließen sich in den Folgewochen an.
27.01.2012
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