Frankfurt: Niedrige Zinsen und ein enormes Interesse an Wohnimmobilien - der Boom am Frankfurter Wohnungsmarkt äußert sich auch in einem starken Rückgang von Zwangsversteigerungen. Wie der Gutachterausschusses für Immoblienwerte für den Bereich der Stadt Frankfurt nun bekannt gab, wurden 2006 noch rund 190 Objekte versteigert, 2011 kamen hingegen nur noch 60 unter den Hammer. Planungsdezernent Edwin Schwarz zeigte sich über den Rückgang der Versteigerungen erfreut. Er sieht darin einen weiteren Beleg für die Stabilität des Frankfurter Wohnungsmarktes.
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Zahl der Zwangsversteigerungen 2011 auf Tiefstand |
Immer mehr gelingt es Immobilienbesitzern, ihr Haus oder ihre Wohnung vor einer Notveräußerung zu schützen und eine Zwangsversteigerung abzuwenden. Das hat mehrere Gründe. Der wohl wichtigste Baustein bei der Immobilienfinanzierung ist ein sicheres Einkommen.
Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen zeigt, dass Leute wieder verstärkt beruflich Fuß fassen und ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen können. Zudem bewegen sich Zinsen für Immobilienkredite derzeit auf einem historischen Tief, so dass monatliche Belastungen durch Zins und Tilgung viel leichter bewältigt werden können, als dies in den letzten Jahren der Fall war.
Wer seine Immobilie veräußern muss oder möchte, stößt im Moment auf einen großen Interessentenkreis: Zum einen führt die Flucht in Sachwerte angesichts der unsicheren Finanzmärkte zu einer erhöhten Nachfrage an Wohneigentum. In Frankfurt wird dies verstärkt durch die demographische Entwicklung und den Trend zum „Leben in der Stadt".
Der Rückgang der Zwangsversteigerung zeigt sich anschaulich bei den Eigentumswohnungen. Die Anzahl sank von über 130 Wohnungen im Jahr 2006 auf nunmehr 25. Hierdurch schwindet aber auch die Möglichkeit, in einer Zwangsversteigerung Immobilien zum Schnäppchenpreis zu bekommen. In den Jahren 2006 bis 2008 wurden Eigentumswohnungen noch circa 30 Prozent unter ihrem Wert veräußert. 2011 näherten sich die Gebote den Verkehrswerten deutlich an und lagen nur noch circa 15 Prozent darunter.
Die teuerste Wohnung, die 2011 zwangsversteigert wurde, liegt in Sachsenhausen mit einem Gebot von über 300.000 Euro. Wer hier erhoffte, unterhalb marktüblicher Preise an eine Wohnung zu kommen, wurde enttäuscht: Der Zuschlag erfolgte erst, als der Wert des Gutachtens sogar noch überboten war.
Teure Wohnungen werden selten versteigert. 2011 hatten nur zwei Objekte einen Wert über 200.000 Euro. Den größten Anteil der versteigerten Wohnungen bilden mit knapp 70 Prozent Wohnungen bis zum Wert von 100.000 Euro, die ursprünglich als Kapitalanlagen erworben wurden. Versteigerungsgründe sind neben persönlichen Umständen auch die Zahlungsmoral der Mieter.
Ein- und Mehrfamilienhäuser wurden 2011 nur elf Mal (2006: 34 Mal) versteigert. Dabei lag in beiden Teilmärkten der Zuschlag rund zehn Prozent unter dem gutachterlichen Verkehrswert. Den Rest der Zwangsversteigerungen machen hauptsächlich Garagen und Stellplätze aus. Im Gewerbesegment war lediglich ein Termin zu verzeichnen.
Allerdings gibt es gerade im Bürobereich eine Anzahl notleidender Objekte, bei denen die Eigentümer nicht nur mit Bilanzwerten, sondern auch mit den Anschlussfinanzierungen Probleme haben.
15.02.2012
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