Wiesbaden: Die Gewerbesteuereinnahmen der hessischen Gemeinden sind im Jahr 2011 um knapp 119 Millionen auf 3,75 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, lag damit das Ergebnis 3,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Verglichen mit dem Zuwachs des Vorjahres von 14,8 Prozent hat sich der Anstieg jedoch deutlich verlangsamt.
Der unterjährige Verlauf zeigt dabei eine zunehmend negative Tendenz. So ist die Steigerung ausschließlich auf das sehr gute erste Quartal zurückzuführen. Die drei Folgequartale wiesen - verglichen mit den jeweiligen Vorjahresquartalen - Rückgänge auf, und zwar in zunehmendem Maße. Besonders deutlich zeigt sich dies am vierten Quartal 2011, das um 135 Millionen Euro und damit um mehr als zwölf Prozent unter dem des Vorjahres lag.
Allerdings ist das Ergebnis maßgeblich von der Stadt Frankfurt am Main beeinflusst, deren Gewerbesteuereinnahmen 2011 um fast 118 Millionen auf 1,19 Milliarden Euro zurückgingen (minus 9,0 Prozent). Ohne die Stadt Frankfurt wäre das Hessenergebnis um 10,2 Prozent gestiegen; in der gleichen Betrachtungsweise wären es im Jahr zuvor 13,0 Prozent gewesen. Der deutliche Rückgang im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal bliebe jedoch erhalten.
Auch die Stadt Darmstadt musste mit einem Minus von 36,8 Prozent auf nur noch 74 Millionen erhebliche Einbußen in Kauf nehmen. Wiesbaden behauptete mit fast 194 Millionen Euro seinen zweiten Platz, obwohl auch hier ein leichter Rückgang (minus 5,5 Prozent) zu verzeichnen war. Kassel fiel nominell mit minus 11,1 Prozent zwar ebenfalls zurück, erreichte jedoch mit fast 152 Millionen Euro einen im längerfristigen Vergleich gleichwohl hervorragenden Wert. Unter den kreisfreien Städten konnte einzig Offenbach am Main mit knapp 50 Millionen Euro eine leichte Steigerung um 5,9 Prozent verbuchen.
Bei den kreisangehörigen Gemeinden gab es aufgrund lokaler Gegebenheiten erhebliche Schwankungen. So konnte beispielsweise das südhessische Biblis seine Gewerbesteuereinnahmen mit 14,8 Millionen Euro fast vervierfachen (298,4 Prozent), während die Stadt Usingen im Taunus um 62,6 Prozent auf knapp drei Millionen Euro zurückfiel. Insgesamt konnten 280 der 426 hessischen Gemeinden ihre Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2011 um zusammen 482 Millionen Euro steigern, während 146 Gemeinden Verluste von insgesamt 363 Millionen Euro hinnehmen mussten.
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| Statistisches Landesamt Hessen |
17.02.2012
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